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Yorick

Beginn einer Legende

Poetry - Poesie 4u | Ein Y wird mittles Lupe vergrößert

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Yorick – der Beginn einer Legende

Prolog und Epilog


Yorick

... viel mehr als nur ein einfacher nordischer Name.
 
Yorick erinnerte sich sehr genau an den Tag, als das Drama - seine Geschichte begann ...
Viel Zeit ist seit damals vergangen - und er meinte, es wären sogar Jahrhunderte.

Den neuesten Vers aus meinem Gedichtzyklus: Pahl 4u - noch ein Gedicht gib es nicht, finden Sie unter "Aktuelles".


Potsdam, 6. September 2018

Ein Presseurteil ...

Schlau im Spiegel urteilt über "Yorick - eine Legende aus dem hohen Norden" wie folgt:

… und wieder einmal fragt sich der wohlwollende Leser, aus welchem Grund er so viel Zeit verschwendet hat. Unstrittig ist jedoch - gelesen ist gelesen.
Man kann es nicht rückgängig machen. Man sollte also gut abwägen, ob man das Lesen auch erlernt hat, um Yorick kennenzulernen.


Yorick

Eine Geschichte aus meinem Band: "Legenden aus dem hohen Norden".

Prolog

Sein Herz raste!
Yorick blickte von der Anhöhe hinab auf das Dorf, dessen Bewohner ihn vor drei Jahren, fast zu Tode prügelten. Sie waren alle in Gefahr! Er musste sie warnen, doch würde man ihm Glauben schenken?

Einar, der Schmied und seine Gattin Hendrike fanden ihn, das Findelkind, mitten im Wald. Sie zogen ihn an Kindes statt groß. Er war stark, groß gewachsen und die Mädchen mochten ihn sehr.

Bei den Erwachsenen genoss er großes Ansehen und die Knaben verehrten ihn geradezu bis … Bis eines Tages dieses schreckliche Unglück geschah. Er erlebte gerade seinen dreizehnten Winter und alle waren auf dem Eis.
Anouk, die hübsche Tochter des Dorfältesten, lockte: "Der Mutigste von euch, der darf mich heute küssen." Das wollten alle Knaben und so wagten sie sich immer weiter auf das Eis hinaus, bis nur noch er allein übrig war.

Dann geschah es! Das Eis krachte, splitterte und zerbarst mit lautem Knall. Er versank wie ein Stein und wurde von der Strömung unter das Eis gezogen …

Als er zu sich kam, spürte er wohlige Wärme und er konnte rußende Fackeln riechen. Er vernahm Weinen und leises Gemurmel, welches wie Gebetssingsang klang. Yorick richtete sich langsam auf, froh noch unter den Lebenden zu weilen.

Die Dorfbewohner sprangen panisch von ihren Bänken auf. Der Teufel ist in ihn gefahren - tötet ihn!
Yorick floh, rannte panisch um sein Leben. Auf seiner Flucht wurde er mehrfach von Feldsteinen getroffen und so manches Messer ritzte tief in seinen Leib. Zum Glück entrann er ihren Fängen und überlebte schwer verletzt.

Viele Monate später hörte er die Geschichte eines Jungen, der ins Eis eingebrochen war. Man fand dessen Körper erst spät im Frühling, als das Eis taute, tot am Ufer. Als man ihn zu Grabe tragen wollte, seie dieser plötzlich aufgestanden und versetzte die Menschen in Angst und Schrecken.

Jetzt ist er gekommen, um jene die ihn ermorden wollten, zu warnen.
Sein Herz raste ...
Schlimmes stand ihnen bevor.
Ob Anouk noch ihres Versprechens gedachte?


Anmerkung: Natürlich könnte ich Sie jetzt mit den vielen Schlachten, Intrigen und Dramen langweilen.
... allein danach steht mir nicht der Sinn - das dürfen Sie sich gern selbst ausmalen. Ich weiß wie anstrengend das Lesen am Bildschirm ist. Deshalb erspare ich Ihnen diese Anstrengung. Es folgt der ...

Epilog

Yorick kniete nieder.
Tränen benetzten seine Wangen, als er neben dem einfachen Holzkreuz kniete und Anouk, seiner Frau gedachte.

Einhundert und weitere fünfunddreißig Jahre waren inzwischen vergangen, als er sie zu Grabe getragen hatte. Er erinnerte sich, welche Gefahr er für einen Kuss auf sich nahm und wie dieser Wunsch ihn fast das Leben kostete.
Damals war er gerade dreizehn Jahre alt.

Niemals hätte er es für möglich gehalten, dass Anouk ihn einmal zum Manne nehmen würde und dennoch, sein Traum wurde wahr.

Alsbald wurde ihnen klar, dass Yorick seinen Weg irgendwann allein weitergehen musste. Anouk verstand zuerst, dass Amboss etwas Besonderes sein musste. Odin hatte ihn mit Sicherheit für eine wichtige Aufgabe vorgesehen.

Wie sonst war es wohl zu erklären, dass seine Wunden so schnell heilten? Wie hätte er, schon so oft totgesagt, ständig wiederkehren können? Weshalb wohl alterten alle anderen rings um Ihn, während er selbst keinerlei Spuren des Alterns zeigte?
Anouk hatte nur eine Erklärung – Yorick ist unsterblich!

Damals hatte Yorick nur müde gelächelt. Heute, so viele Jahre später, schien es die einzig richtige Erklärung zu sein …

Yorick seufzte, erhob sich von dem Grab und bestieg seinen Rappen. Er musste endlich wissen, ob es noch jemanden wie ihn gibt.
Gab es vielleicht eine Möglichkeit, dem Elend des ewigen Lebens, zu entrinnen.
Es sollte eine sehr, sehr lange Suche werden …

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