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Profil

Ingo Pahl aus Potsdam

Ingo Pahl aus Potsdam

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Steinmetz - das ist eine Berufung

Wie ich Steinmetz wurde

Um Ihnen einen Eindruck über meine Person zu geben, folgt an dieser Stelle ein kurzer Überblick über meinen Lebenslauf.

Ich wurde am 12. November 1964 in Potsdam-Babelsberg geboren und besuchte dort von 1971–1981 die POS "Bruno-Hans-Bürgel".

Aufgewachsen in Babelsberg, nahe dem Babelsberger Park und den DEFA-Filmstudios, habe ich eine spannende Kindheit erlebt. Sowohl mit dem Park in Babelsberg als auch mit den Filmstudios verbinde ich Erlebnisse, die Ihresgleichen suchen.


Durch die Nähe der Schule kam ich oft in die Bedrängnis durch die Talentscouts der Babelsberger Filmstudios. Schon immer Fotoscheu sagte es mir erst recht nicht zu, mich vor einer Kamera zu zeigen. Meine einmalige Zusage, als Statist mitzuwirken, beflügelte die Scouts noch mehr.

Selbst heute kann ich nicht nachvollziehen, was mich damals so "besonders" gemacht haben soll. Ich entschied, Filme drehen, das ist mir zu langweilig. Das will ich nicht!
Als Synchronsprecher dagegen hatte ich sehr viel Spaß. Hier konnte ich unerkannt sein und die unproduktive Wartezeit am Filmset entfiel ebenfalls.


Bereits mit 13 Jahren hatte ich den Wunsch, in den Ferien in einer Bäckerei arbeiten. Laut Gesetz wurde dies jedoch erst ab dem 14. Lebensjahr, für einen Zeitraum von maximal zwei Wochen pro Jahr gestattet. Offensichtlich ist es von Vorteil, wenn Motivation und Begeisterung echt sind.

Nach meinem Vorstellungsgespräch versprach mir der Chef der Bäckerei, sich um eine Sondergenehmigung zu bemühen und diese bei den entsprechenden Stellen zu beantragen. Der Antrag wurde genehmigt und es wurde mir gestattet, in der Bäckerei zu arbeiten.

In den darauf folgenden Schuljahren habe ich in allen Ferien jeweils eine oder zwei Wochen, in unterschiedlichen Berufen gearbeitet.
Die Sommerferien waren jedoch immer für drei Wochen für die Arbeit in "meiner" Bäckerei reserviert. Zusätzlich war ich in jedem Jahr zwischen Weihnachten und Silvester in der Pfannkuchen Bäckerei.


Die Entscheidung Steinmetz, anstatt Bäcker zu werden, fiel in meinen letzten Winterferien. Ich arbeitete eine Woche in Babelsberg mit den Steinmetzen der heutigen "Naturstein Potsdam GmbH" zusammen. Nach dieser Woche wusste ich: "Das ist etwas Besonderes, das möchte ich auch. Ich möchte Unvergängliches erschaffen."

Steinmetz in Potsdam, das wurde "vererbt". Ein zusätzlicher Anreiz war die Tatsache, dass in diesem Jahr in Potsdam nur zwei Steinmetze ausgebildet wurden. Bevorzugt wurden Bewerber, die einen Familienbetrieb übernehmen sollten.
Obwohl ich gegen zwei Bewerber, die für dieses "Erbe" berechtigt waren antreten musste, gehörte ich - der Außenseiter - zu den Auserwählten.

Anstatt in meinen letzten Sommerferien zu faulenzen, arbeitete ich, wie in den letzten Jahren, für drei Wochen in der Bäckerei. Auch während meiner Ausbildung als Steinmetz habe ich noch für jeweils zwei Wochen in meinem Urlaub als "Bäcker" gearbeitet.

Beide Berufe werden ihren Reiz, in meinen Augen, niemals verlieren. Der Steinmetz, der "Unvergängliches" zu schaffen vermag und der Bäcker, dessen Produkte so schnell vergänglich sind. Berufe, die jeder auf seine eigene Art, Menschen erfreuen - aber nur der zuletzt genannte ist in der Lage satt zu machen.


Ausbildung zum Steinmetz in Potsdam

Ab 1981 habe ich eine Ausbildung zum Steinmetz in der Restaurierung, bei der heutigen "Naturstein Potsdam GmbH", absolviert. Die praktische Ausbildung fand zumeist in Potsdam, am Neuen Palais, im Park Sanssouci statt.

Meine theoretische Ausbildung erhielt ich in Demitz-Thumitz. Die Schule wurde 1908 gegründet und war, als Betriebsschule, die einzige Ausbildungsstätte für Steinmetze und Steinbildhauer der DDR.

Im August 1983 habe ich die Ausbildung mit "gut" abgeschlossen.


Steinmetz in Potsdam

Bis 1991 arbeitete ich in meinem Ausbildungsbetrieb, spezialisierte mich auf die Bearbeitung von Hartgestein, gestaltete Grabmale und war auch weiterhin an der Restaurierung einiger Objekte in Potsdam beteiligt.
 


Steinmetz in Stahnsdorf

Nach der Wende erschlossen sich, auch für mich als Steinmetz, neue Möglichkeiten und so wechselte ich Ende 1991 zu einer Firma die 1990 von drei ehemaligen Kollegen gegründet wurde.

Dort qualifizierte ich mich weiter und absolvierte 2002 einen Lehrgang für Gestaltung und Schriftzeichnen in Königsluther, einer Ausbildungsstätte für Steinmetze und Steinbildhauer.

In Stahnsdorf kam ich noch einmal, allerdings nur für einen Tag, mit Dreharbeiten für eine Fernsehproduktion in Berührung.
Als Steinmetz habe ich ein Requisit aus Naturstein für einen Fernsehfilm geschaffen. Da am Filmset leider niemand über die Kenntnisse von einem Steinmetz verfügte und vor Ort noch einige Arbeiten notwendig waren, konnte ich mich leider nicht drücken.

Trotz der netten prominenten Schauspieler und einem tollen Filmteam … Steinmetz ist, war und bleibt meine Berufung.
 


Steinmetz in Berlin

Seit Oktober 2006 arbeitete ich in Berlin, als Steinmetz in der Restaurierung.

Unter dem Menüpunkt Meilensteine können Sie mehr über meine Arbeit als Steinmetz erfahren.

Digital und Print von A bis Z


 

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